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Im Festgottesdienst blickte Pfarrerin Merz dann auch auf lang vergangene Zeiten zurück, als sie an die 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts erinnerte - als sich der damalige Kammersteiner Pfarrer Gottfried Simon über die "vorzüglich" ausgebaute Asphaltstraße von Schwabach nach Kammerstein freute und ein Haager Fuhrunternehmer kurzerhand einen Aufbau auf seinem Milchwagen montierte, um den Ausflug der Gemeindejugend zu ermöglichen. Ihr Haag hat sich in den Jahrzehnten seither verändert: den dunklen Jahren des Nationalismus und Fremdenhasses folgten die Vertriebenen, die als Flüchtlinge kamen und zu Einheimischen wurden; der Ort wuchs, die Georgskirche wurde mehrmals renoviert. Aber das Bauernhaus in dem Marie Lehner wohnt, ist immernoch dasselbe. Und viel mehr braucht es auch nicht zum Glücklichsein, wie Pfarrerin Merz dann am Ende der Festpredigt feststellt: Vier Wände und ein Dach über dem Kopf - mit einem Schlot, aus dem Rauch aufsteigt; und natürlich Gottes Liebe, die in diesem Haus wohnt und das Leben erfüllt.