Das „Schiff Gemeinde“ stand im Mittelpunkt des Festgottesdienstes zur Kammersteiner Kärwa. Pfarrer Stefan Merz hatte dazu mit tatkräftiger Hilfe ein Schlauchboot samt „Seegang“ und „Wellen“ im Altarraum aufgebaut. Wie üblich durfte eine handverlesene Auswahl der Kärwaboum und -madli die Predigt spontan unterstützen und als Besatzung im Boot platznehmen sowie die „Wellen“ bedienen.
Das Bild vom Boot, so Pfarrer Merz, paßt für die Kirchengemeinde – aber auch für die Kärwa. Ohne Mannschaft in Form von Ehrenamtlichen oder Kärwaboum und -madli wäre weder gute Gemeindearbeit noch so ein tolles Kärwafest denkbar. Doch man kann noch so gut planen – manchmal gerät man in rauhe See. Widrigkeiten von außen, wenn’s mal wieder „anders kommt als geplant“, Verwaltungsauflagen (die das Feiern immer komplizierter und Dorffeste irgendwann unbezahlbar machen), aber auch Krankheiten und andere Krisen… all das macht das Leben aber auch das Feiern schwer.
Angelehnt an die Geschichte der Sturmstillung aus dem Lukasevangelium kam folglich die Frage auf, wer dann für Ruhe im Sturm sorgen kann. Für die Kärwa, so Pfarrer Stefan Merz, darf der Bürgermeister diese Rolle übernehmen. Im Team sorgen Oberkärwamadla und -bou für Ruhe und Ordnung. Für das Außenrum ist die Rolle des Bürgermeisters oft hilfreich – zumindest wenn’s um die oftmals nötige Unterstützung rund um die schwere See der Verwaltungsauflagen geht.
Damit bat Pfarrer Merz auch Roland Ammon, der seine erste Kärwa in Kammerstein als neuer Bürgermeister bewältigen durfte, in den Altarraum. Und als ob’s geübt gewesen wäre, gelang es dem neuen Gemeindeoberhaupt auch, mit einer Geste Ruhe in die – mit Hilfe der Altkärwaboum – aufgepeitschte See rund um das Schlauchboot zu bringen.
Am Ende gab’s Segenswünsche für dessen Arbeit in und um Kammerstein – und natürlich den Kärwa-Choral „Die Erde ist schön“, bei dem der Chor der Kärwamadli und -boum locker mit den Klängen des Posanuenchores und der Orgel mithalten konnte.
Kärwa-Gottesdienst
